Felidae
The return of the curse - Druckversion

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RE: The return of the curse - Silberstille - 21.03.2026


We'll make them remember.


Wie so häufig verstrickten sich Traumfresser und Schneewehe in einen halb ernsten, halb liebevoll neckenden Schlagabtausch. Silberstille stand entspannt am Rand und hörte zu, analysierte, prüfte. Schätzte die Spannung dieser Situation ein, die Stärke der Gemeinschaft. Als er letztere für ungefährdet eingestuft hatte, ließ er seine Seelenspiegel über die alten Mauern wandern, die Sträucher und Ranken und das Geröll am Boden. Überall hier wimmelte es von Leben. Der Kater bildete sich nicht ein, dass ein solches Paradies lange ihnen allein gehören würde. Doch das war auch gar nicht weiter schlimm.

Schlendernd, beinahe zufällig entfernte er sich von seinen beiden Schwestern und nahm erneut den Ort in Augenschein, auch wenn er beinahe jeden Winkel längst studiert hatte. Warm schien die Sonne auf seinen Rücken, spiegelte sich in den zerbrochenen Glasscheiben und den Scherben, die glitzernd am Boden lagen. Eine leichte Brise brachte Versprechen mit sich, sang ihm ein Lied ins Ohr von Rache und Vergeltung. Welch wunderschöne Melodie.

Einen Moment lang stand er völlig still, schien mit dem Mauerwerk hinter sich zu verschmelzen. Dann mischte sich ein weiteres Geräusch in die Melodie, ein verheißungsvolles Trappeln. Fast schon beiläufig öffnete er ein Auge halb, doch nichts von dem was Silberstille tat, war jemals beiläufig oder zufällig. Still wie ein Fels stand er da, ließ die Beute ahnungslos in seine Richtung schlendern. Eine kurze Muskelspannung, ein knapper Sprung, dann hatte der den Nager gepackt. Nicht einmal eine letzte Warnung konnte das kleine Tierchen noch schreien, da hatte Silberstille es bereits mit einem gezielten Biss erlegt.



@Schneewehe @Traumfresser



RE: The return of the curse - Traumfresser - 27.03.2026


Was bleibt, wenn man nicht zögert


"Aber ich würde einmal hier draußen alles begutachten und jagen. Aber gleich danach komme ich rein. Und werde auch da schauen - und jagen." Traumfresser nickte. Sie und Silberstille wussten schon was sie machten. Dennoch konnte sie das Bedürfnis, dem nachzugehen, nicht unterdrücken. Und so folgte sie Silberstille schlendernd. Ruhig beobachtete sie ihren Bruder aus der Ferne. Silberstilles Sprung war sauber bei der Jagd gewesen. Die Beute hatte nicht einmal verstanden, dass sie tot war. Ihre Augen lagen nur einen Herzschlag länger auf ihm, ein kaum merkliches Zucken ihrer Schweifspitze. Anerkennung, wenn man wusste, wie man sie las.

Dann ging sie weiter, erkundigte sich nach ihrer Schwester. Sie fand sie schnell und das Rascheln, die Spannung, der Moment, in dem sich alles entschied. Sie hatte es gespürt, bevor es geschah. Die Ratte, die nicht floh. Die Bewegung nach vorne. Der Angriff der Ratte. 

Traumfresser hatte sich nicht bewegt und nur beobachtet. Der Bruchteil eines Moments, in dem entschieden wurde, ob sie eingreifen musste. Musste sie nicht. Schneewehe schlug zu. Schnell genug. Als Traumfresser näher kam, lag der Geruch von Blut bereits in der Luft. Ihr Blick glitt über die tote Ratte, dann hob sie ihn langsam zu ihrer Schwester. Noch angespannt. Noch wach. Aber auf den Pfoten. Gut. Ihr Blick blieb noch einen Moment auf Schneewehe liegen, prüfend, abschätzend. Kein Spott diesmal. Keine Provokation. Nur Gewicht. „Sie ist auf dich zugegangen.“ Ein kurzer Blick zur Ratte. „Und du bist geblieben.“ Ein kaum sichtbares Nicken.

Dann war es vorbei. Ihre Aufmerksamkeit löste sich. Glitt weiter. Über den Boden, die Mauern, die Schatten zwischen den Steinen. Ihre Haltung veränderte sich unmerklich, wurde flacher, enger an die Umgebung gebunden. Geräusche rückten näher. Ein Rascheln. Traumfresser blieb stehen. Nichts. Ein weiteres. Ihr Kopf senkte sich ein wenig. Ihre Augen verengten sich. Da. Zwischen zwei Steinen. Eine Maus. Ihre Muskeln spannten sich. Ein Herzschlag. Dann löste sie sich. Der Sprung kam abrupt, ohne jede Vorwarnung. Ihre Pfoten trafen genau dort auf, wo die Maus hinwollte. Ein kurzer Richtungswechsel, ein sauberer Biss. Stille. Sie ließ die Maus fallen, trat sie mit der Pfote leicht zur Seite und hob den Kopf wieder in Richtung des Gebäudes. Ihre Ohren zuckten. Da drin war bestimmt mehr. Für's Erste sollte das reichen, dachte sich die Kätzin jedoch und packte die Maus wieder, um sie zur anderen Beute zu tragen.




@Schneewehe, @Silberstille



RE: The return of the curse - Schneewehe - 28.03.2026


Entdeckungstour mit Jagdspielen


Als sie sich umsah erkannte sie, dass ihre Schwester Traumfresser da war. Es überraschte Schneewehe, zeitgleich hätte es sie gar nicht erst überraschen müssen. Schließlich war es normal für Traumfresser zu folgen. Zu schauen und sich zu vergewissern. Dennoch hatte die mit dem längeren Fell nicht damit gerechnet. Und so blinzelte sie, als ihre Schwester sprach:


“Sie ist auf dich zugegangen. Und du bist geblieben.“


Was... wollte sie damit sagen? Schneewehe blinzelte. Schwieg und starrte ihre Schwester an, als würde mehr kommen. Doch diese wanderte bereits weiter – mit ihrer Aufmerksamkeit.
Und die kleine Schwester hielt inne. Sie bewegte sich nicht, selbst ihre Schwanzspitze nicht in der es kitzelte. Sie wartete den Moment ab und ließ Traumfresser ziehen – ihre Jagd hatte begonnen.


Aber was... wollte sie damit sagen?


Hatte es ihr imponiert, dass sie einer Ratte nicht ausgewichen war und sich ihr stellte?
Oder war es viel mehr, das generelle gegenüberstellen von Problemen? Oder aber gar einer bedrohlichen Lage?
Als Traumfresser weiter weg war, schnippte ihr Schwanz über den Boden. Manchmal wusste sie nicht, ob ihre Schwester nachdachte oder intuitiv korrekt sprach. Es war ein Rätsel.
So blinzelte Schneewehe nur noch mal, bevor sie die Ratte aufhob und wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück kehrte.


Ihre Überlegung ob alle Ratten so wahnsinnig waren hatte sie bereits wieder vergessen. Mit ihrem Fang blieb sie stehen wo sie sich getrennt hatten und wartete auf ihre Geschwister. Mit dem Fang am Anfang, hatte Traumfresser mittlerweile zwei Beutestücke. Aber auch Silberstille war erfolgreich gewesen.


“Aber so wie es aussieht, ist es nicht nur ein Nest zum Ruhen.“


miaute sie bedächtig nachdem sie die Ratte ablegte. Ihr Blick glitt zum Bruder.


“Aber wusstest du das?“


Lange sah sie ihn an und wartete auf die Antwort. Schließlich hob sie die Ratte wieder auf und folgte ihm hinein. Er hatte den Ort ausgekundschaftet und wusste auch um den Eingang.
Ihr Blick glitt über die Mauern, den Zweibeiner gemachten Boden, den Scherben und verstaubten Ansammlungen an Gegenständen. Es waren Objekte die das erklimmen erleichterten. Kisten, Erhöhungen. Aber auch Scherben die einer Katze die samtigen Ballen aufreißen konnten.
Die Natur eroberte sich den Ort zurück, durch die Scheiben fielen die ersten Pflanzen, an Ecken mit Rissen wollten Pflanzen wachsen. Wie lange hatte es wohl gebraucht bis der Ort wurde zu dem er geworden ist?
Schneewehe blinzelte und legte die Beute zur Seite. Sie würde stören wenn sie sich umschaute und jagen wollte. Die getigerte Kätzin konnte nicht sagen wieso, doch machte sie sich keine Sorgen um das verschwinden der Beute. Es war ein Gefühl, eine Gewissheit, so wie das Vertrauen in die geschwisterlichen Bande und die zu Lilie sowie dem Giftmischer.


Langsam schüttelte die kleine Katze die Gedanken von sich ab, sah kurz zu Silberstille ob er etwas sagen wollte oder sie frei erkunden ließ. Den Rest konnten sie doch sicher später machen, oder?
Schließlich prickelte es bereits unter Schneewehe's Fell. Sie hörte die Tiere die hier lebten. Die sich bewegten als gäbe es hier nichts was eine Bedrohung für sie darstellen könnte.
Unruhe ergriff die Stimme und schließlich schlich sie sich davon. Parallel mit der rechten Wand wanderte sie den Weg entlang und folgte dem Geräusch des geschäftigen Treibens.
Vorsichtig hielt sie an einer Ecke inne und lauschte für einige Herzschläge. Es war genau im toten Winkel. Sie zog mit der Zunge über die Lippen. Nicht eine oder zwei. Eine kleine Ansammlung. Vielleicht vier?
Noch einen Moment, dann trat sie vor. Leise, auf dem Boden kauernd. Ein kurzer Blick, ein schneller Sprung und Schneewehe stobte in die Mitte der Ansammlung.
Die Ratten sprangen auseinander, rannten los und sie hinter einer her. Ihr Maul verfehlte sie, also bedarf es einen weiteren Sprung, sie schlug sie gegen die Wand. Quieckend ging die Ratte zu Boden. Wollte sich wieder erheben doch Schneewehe biss zu.

Die zweite Ratte war gefangen.





RE: The return of the curse - Silberstille - 31.03.2026


We'll make them remember.


Einen Moment stand er noch da, die tote Ratte sicher im Maul. Sein Blick traf den von Traumfresser, die ihn aus einiger Entfernung beobachtete. Ein winziges Zucken der Schweifspitze. Silberstille nickte ihr stumm zu. Dann schlenderte seine Schwester weiter und auch Silberstille wollte sich noch ein wenig umsehen. Er verstaute seiner Ratte in einer Lücke zwischen dem Zweibeinergestein, bevor er sich weiter am Mauerwerk entlangtastete. Seine Schnurrhaare streiften das kühle Gestein, während er dem Verlauf folgte und ihr neues Revier genoss. Da, erneut ein Fiepen. Silberstille spannte sich an, als ein Fauchen ertönte. Doch keck genug, ihn anzugreifen war die Ratte dann doch nicht, sie verschwand mit wehendem Schwanz in einer Lücke. Der Kater sah ihr nach, die Schnurrhaare zuckten interessiert. Ganz schön aggressiv, diese Ratten.

Er trat den Rückweg an, sammelte seine erste Beute ein und kehrte zu seinen Schwestern zurück. Dort wartete bereits Schneewehe, die Ratte zwischen den Pfoten abgelegt. Silberstille legte seinerseits die Beute ab und legte den Blick auf seine Schwester, lauschte ruhig ihrer Frage. Dann neigte er den Kopf.
 
“Natürlich.“, antwortete er nur, während sein Blick ruhig über das imposante Gebäude wanderte. “Einen solchen Ort hat man selten für sich allein.“ Dann hob er die Ratte auf und führte seine Schwestern hinein in das alte Bauwerk. Innen herrschte eine friedliche Ruhe, der Wind konnte trotz der Lücken im Gemäuer und den kaputten Scheiben kaum Kraft aufbauen und eine angenehme Wärme lag in den alten Mauern gespeichert. Hier gab es ebenso viel zu erkunden wie draußen und Silberstille legte schmunzelnd die Ratte ab. Er spürte Schneewehes Ungeduld, ihren Willen, auch den kleinsten Winkel ihres neuen Zuhauses zu erkunden. Er nickte ihr aufmunternd zu, während er selbst es sich mit seiner Beute am Rand des Gemäuers bequem machte. Er hatte seine Erkundung bereits beendet und nun knurrte ihm der Magen. Die saftige Ratte schmeckte vorzüglich und Silberstille ließ beinahe verträumt das zarte Fleisch auf seiner Zunge zergehen. Er fühlte sich so friedlich und ruhig wie schon lange nicht mehr.



@Schneewehe @Traumfresser